"Vergangenheit und Zukunft der Nuklearmedizin"

Ende Juni fand zum achten Mal der Tiroler Nuklearmedizin Kongress statt. Der Einladung von Univ.-Prof. Dr. Irene Virgolini, Direktorin der Innsbrucker Univ.-Klinik für Nuklearmedizin, waren wieder viele ExpertInnen gefolgt, um sich über neue Wege in der Therapie und Diagnose auszutauschen.

Im Rahmen eines Festabends wurde aber auch ein Blick zurück auf die Anfänge der Nuklearmedizin geworfen: Anlass dafür war der 80. Geburtstag von em.o.Univ.-Prof. Dr. Georg Riccabona.

Die Nuklearmedizin hat in Innsbruck bereits eine sehr lange Tradition: Nuklearmedizinische Verfahren in der Diagnostik und Therapie wurden erstmals 1961 bei Schilddrüsenerkrankungen im „Isotopenlabor“ der Chirurgischen Universitätsklinik in Innsbruck eingeführt. 1973 folgte dann die Gründung der ersten österreichischen „Lehrkanzel für Nuklearmedizin“, 1976 die Gründung der Universitätsklinik für Nuklearmedizin. Verbunden ist diese Pionierleistung mit em.o.Univ.-Prof. Dr. Georg Riccabona. Nach der Emeritierung des renommierten Mediziners übernahm Univ.-Prof. Dr. Irene Virgolini 2004 die Klinikleitung. In Innsbruck wird das gesamte methodische Spektrum der modernen nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie mit offenen, kurzlebigen radioaktiven Stoffen angeboten. Ob beim Sichtbarmachen von Stoffwechselvorgängen oder der Behandlung von Krankheiten mit derartigen Verfahren, die Technologie hat sich laufend und rasant verbessert. Schwerpunktthemen des diesjährigen 8. Nuklearmedizinischen Kongresses in Innsbruck waren unter anderem das sogenannte „Hybrid Imaging“. Durch die Kombination zweier bildgebender Verfahren in einem einzigen Gerät werden dabei Schnittbilder des menschlichen Körpers erzeugt, die eine bessere Diagnostik und damit auch Therapie von beispielsweise Krebserkrankungen ermöglichen. Am Verbreitesten ist die Kombination von Positronen-Emissionstomographie (PET) und Computertomographie (CT) in Form eines PET/CT Hybridgerätes. Zu diesem Thema referierte Univ.-Prof. Dr. Thomas Beyer von der Medizinischen Universität Wien. Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Wester (TU München) leitete ein Panel zum Thema Status quo der Radiochemie/Radiopharmazie. Der Zukunft der nuklearmedizinischen Diagnostik widmete sich Univ.-Prof. Dr. Marcus Hacker, designierter Ordinarius für Nuklearmedizin an der Wiener Universitätsklinik. Eine aktuelle Blickrichtung zur nuklearmedizinischen Therapie zeigte em.Univ.-Prof. Dr. August Schubiger von der ETH Zürich auf.

Abendveranstaltung zu Ehren von Univ.-Prof. Riccabona
Am zweiten Kongresstag stand dann die Peptid-Rezeptor-Therapie beim radiojodnegativen Schilddrüsenkarzinom im Mittelpunkt. Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenkarzinomen zählt seit einigen Jahrzehnten zu den Schwerpunkten der Universitätsklinik für Nuklearmedizin. Der inzwischen emeritierte Univ.-Prof. Georg Riccabona zählt zu den Pionieren auf dem Gebiet der Schilddrüsenkarzinomforschung. Sein 80. Geburtstag wurde im Rahmen eines feierlichen Festabends im Schloss Ambras begangen. Em.Univ.-Prof. Dr. Raimund Margreiter eröffnete mit einer Laudatio zu Ehren des Jubilars. Der Präsident der AbsolventInnenorganisation der Medizinischen Universität Innsbruck, ALUMN-I-MED, würdigte die Pionierleistungen von Riccabona, mit dem er rund 30 Jahre zusammengearbeitet hatte: In einer sehr persönlichen Rede dankte Univ.-Prof. Margreiter Univ.-Prof. Riccabona: „Riccabona hat als wahrer Pionier die Nuklearmedizin in Innsbruck aufgebaut und zur Weltgeltung geführt. Er hat sich um die Universität und das Landeskrankenhaus in gleicher Weise verdient gemacht.“ Die Leistungen und den Einsatz Univ.-Prof. Riccabonas für die Nuklearmedizin und die Universität würdigte auch der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Herbert Lochs, in einer kurzen, persönlichen Rede an den Jubilar. Den Abschluss der Gratulanten machte em.Univ.-Prof. Dr. Rudolf Höfer, Universitätsklinik für Nuklearmedizin Wien, der es sich trotz seines fortgeschrittenen Alters von über 90 Jahren nicht nehmen ließ, mit einer selbst gebackenen Torte persönlich zu gratulieren. Univ.-Prof. Dr. Irene Virgolini führte als Veranstalterin durch den Abend und wurde durch das Team Univ.-Klinik für Nuklearmedizin Innsbruck dabei tatkräftig unterstützt durch Musik (Leitung: Ao.Univ.-Prof. Dr. Roy Moncayo) und Tanz (Choreografie: OA Dr. Sabine Buxbaum)… der Kongress tanzte!
(Bericht von Mag. Dr.phil. Barbara Hoffmann, Servicecenter Communication, Public Relation & Media, Homepage der Medizinischen Universität Innsbruck, 08.07.2013)